Neuigkeiten aus dem Pflanzenreich

Neuigkeiten aus dem Pflanzenreich

Unter diesem Motto hatten wir am 31.05.2019 Besuch von Oliver Krause aus Dessau. Dabei wurde kein klassischer Beamer- oder Dia-Vortrag gehalten, sondern es ging in die reine Praxis. Hauptakteur des Vortrages war das lebende Objekt, unsere Unterwasser-Flora. Oliver stellte zahlreiche Pflanzen vor, wobei das Thema Neuigkeiten nicht ganz so streng gesehen wurde.

Am Anfang wurden Laborprodukte vorgestellt, sogenannte Meristem-Kulturen. Im eigentlichen Sinne handelt es sich um auf Agar-Nährboden steril bzw. keimfrei angezogene Pflanzen in ebenfalls sterilen Kunststoff-Bechern, zumeist unterschiedlichste Moose und klein bleibende Pflanzenvertreter wie Echinodorus tenellus, die Grasartige Zwergschwertpflanze, oder Micranthemum Monte Carlo, das Monte Carlo-Zwergperlkraut. Zugleich erging dabei auch der Hinweis, die Becher verschlossen zu lassen, da sich sonst sofort unerwünschte Pilz- oder Bakterienkulturen ansiedeln. Besonders beliebt sind diese Pflanzenprodukte bei den Nano-Aquaristikern bzw. Aqua-Scapern, wo sich Meristempflanzen als hervorragende Gestaltungselemente erwiesen haben.

Micranthemum Monte Carlo

Echinodorus tenellus

Auch unter den Stengelpflanzen lernten wir interessante und nicht so häufige Vertreter kennen.

Aus unserer Heimat kennen wir unterschiedliche Hahnenfußgewächse wie das im Frühjahr in den Wäldern flächige weiße Teppiche bildende Buschwindröschen Ranunculus nemorosa. Bei uns gibt es auch eine an das Wasser angepasste Art, den Flutenden Hahnenfuß oder Ranunculus fluitans. In seinem Vortrag stellte uns Oliver Krause nun eine Alternative für die Aquaristik vor, den Großen Flusshahnenfuß Ranunculus papulentus. Es handelt sich um einen Vertreter der Hahnenfußgewächse aus Australien. Im Aquarium weist diese Art allerdings eine gewisse Lichtbedürftigkeit auf, der man Rechnung tragen sollte.

Ranunculus papulentus

Ranunculus papulentus – Blütenstand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als weiteren Vertreter der Stengelpflanzen erlebten wir das Papageienblatt Alternanthera spec. Mini. Es handelt sich um ein etwas anspruchsvolles und lichtbedürftiges, aber trotzdem apart wirkendes  Pflänzchen.

Alternanthera spec Mini – Blütenstand

Alternanthera spec Mini

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Recht neu ist der Wasserfreund Hygrophila lancea. Ein aus Südostasien stammender Vertreter der Wasserfreunde. Die Art wird nicht allzu hoch, soll sogar auch kriechend wachsen und ist in ihren Ansprüchen etwas bescheidener als der zuvor genannte Pflanzenvertreter.

Hygrophila lancea – Blütenstand

Hygrophila lancea

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus Afrika kommt die Goldene Ammannia, Ammannia spec. Gold. Diesem Pflänzchen wird ein gewisser Anspruch zugeordnet. Um vernünftig zu wachsen, benötigt diese Ammannia viel Licht.

Ammania spec. Gold

Als letzte Stengelpflanze soll noch eine Art aus Südamerika erwähnt werden, das Tausendblattähnliche Fettblatt Bacopa myriophylloides. Dieses Fettblatt ist im Brasilianischen zuhause und stellt an den Aquaristen zumindest die Anforderung, nicht zu knapp mit Licht versorgt zu werden. Ihr Wuchs ist nicht rasant, sie wird aber ansonsten als recht pflegeumgänglich beschrieben.

Bacopa myriophylloides – Blütenstand

Bacopa myriophylloides

 

 

 

 

 

 

 

Des Weiteren lernten wir im Vortrag die Seerose Nymphaea daubenyana kennen. Es handelt sich um eine lebendgebärende Seerose. Das heißt, die jungen Tochterpflanzen bilden sich am Grund der Blätter. Ansonsten handelt es sich um eine leicht zu kultivierende und wohl blühfreudige Pflanze.

Nymphea daubenyana mit Tochterpflanze

In den letzten Jahren rückten zunehmend quasi als eine Alternative zu den Wasserkelchen der Gattung Cryptocoryne Vertreter der Gattung Bucephalandra in den Focus. Es handelt sich wie die Cryptocorynen ebenfalls um Pflanzen, die in Südostasien beheimatet sind und bis heute als Rarität bezeichnet werden müssen. Als Beispiel stellte Oliver Krause die Bucephalandra theia grün vor. Es handelt sich um langsam wachsende, recht anspruchlose und klein bleibende Pflanzen mit geringem Lichtbedarf. Man sollte nur ähnlich wie bei den Afrikanischen Speerblättern der Gattung Anubias dafür Sorge tragen, dass das Rhizom der Pflanzen beim Einpflanzen nicht verletzt und vom Bodensubstrat überdeckt wird.

Bucephalandra Theia grün – Blütenstand

Bucephalandra Theia grün

 

 

 

 

 

 

 

Das Spektrum der vorgestellten Pflanzen war so mannigfaltig, dass es nicht alles in diesem Vortragsbericht erwähnt werden kann, ohne den Rahmen zu sprengen. Dazu gehörten noch unterschiedliche Vertreter der Südamerikanischen Speerblätter Echinodorus mit dem seltenen Vertreter Echinodorus gabrieli. In den letzten Jahren wurden hier durch die Gärtnereien interessante und bunte Sorten kreiert, wie zum Beispiel Echinodorus `Regine Hildebrandt´. Auch die Gattungen Sagittaria und Aponogeton und vieles mehr waren vertreten.

Es war ein spannender Vortragsabend, der vielleicht sogar etwas länger als ursprünglich geplant dauerte – was aber keinen in Langeweile versetzte.

Armin Senger und Eckhard Fischer (Bilder und Text)