Gondwanaland Zoo Leipzig

Streifzug durch Gondwanaland 

Wie kommt man als Aquarist nach Gondwanaland?

Nun, im Sommer 2010 besuchten wir den Leipziger Zoo. Besonderes Augenmerk gehörte natürlich dem Zoo-Aquarium. Auf dem Weg zum Eingang des Zoos war eine riesige Baustelle nicht zu übersehen: die Gondwanaland-Halle. Auf der gesamten Anlage des Zoos wandert man immer wieder durch Wald- und Gehölzbestände. Dieses Konzept vermittelte uns den Eindruck, wir befinden uns gar nicht im Zoo. Die Tiere bewegen sich nicht in einem Gehege, sondern fast wie in freier Wildbahn. Auch das Aquarium vermittelte uns als Naturfreunde mit einem Blick hinter die Kulissen insgesamt einen nachhaltig positiven Eindruck. Somit war der Entschluss schnell gefasst, da geht’s nochmal hin.

Die Eröffnung der Gondwanaland-Halle erfolgte Anfang Juli 2011. Im folgenden August war schnell ein Wochentag für einen Tagesausflug ausgespäht. Und so startete das Projekt in der Hoffnung, dass wochentags der Besucherstrom doch etwas geringer ausfallen sollte. Das bestätigte sich dann auch.

Um die Halle selbst zu erreichen, muss der geneigte Besucher den Eingang des Zoos nehmen. Hier lässt sich dann der Weg über Flyer bzw. Beschilderungen bequem und schnell finden. Die 16.500 m2 große Halle fällt sofort durch ihre beeindruckende Glasdachkonstruktion auf. Das Tragwerk besteht aus einer ausgeklügelten Stahlkonstruktion. Ein Teil davon wird mittels Rohrprofilen zur Sammlung von Regenwasser genutzt, das in einer die Halle umlaufenden Entwässerungsrinne gesammelt und in Tanks zur Weiterverwendung aufgefangen wird. Die Dachkonstruktion besteht aus einem System von Kunststoff-Folienkissen (Steuerung über Druckluft), das eine optimale Wärmedämmung garantiert, einen vollen Lichteintritt ermöglich, aber auch Schneelasten aushält. Es ist auch eine Beseitigung von Schneeauflagen durch ein Erwärmen dieser Folienkissen möglich. Die Halle kann im Sommer nach Bedarf durch Lufttausch gekühlt, im Winter beheizt werden. Die Belüftungseinrichtung ist zur Reduzierung von Wärmeverlusten mit einer Wämerückgewinnung ausgestattet.

Am Zugang angekommen durchwanderten wir eine Eintrittsschleuse. Diese ist so angelegt, dass insbesondere in der kalten Jahreszeit eine Reduzierung von Energieverlusten durch den Zutritt kalter Luft gewährleistet wird. Das war für uns im August allerdings nicht von Belang. In der Halle angelangt, fühlten wir uns gleich wie in eine andere Welt versetzt. Alte Regenwald-Impressionen lagen nahe. Als Gondwanaland wird der alte Urkontinent genannt, den es bis vor etwa 100 Millionen Jahren gab. Erst aufgrund der Geotektonik erfolgte ein Auseinandergleiten einzelner Landmassen mit dem heutigen Bild der Erdteile auf unserem blauen Planeten. Der Urkontinent selbst bildet auch den Leitgedanken in der Halle. Es gibt mehrere Bereiche, die den afrikanischen, den südamerikanischen, südostasiatischen und australischen Regenwald wiedergeben. Hier sind jeweils nach geografischer Zuordnung entsprechende Palmen- und andere Pflanzenarten angepflanzt. Zudem ist ein Wasserlauf integriert, auf dem der Besucher mit einer kleinen Barkasse eine Dschungel-Flussfahrt unternehmen kann. In diesem Ambiente sind die unterschiedlichsten Tiere untergebracht. Der Großteil des Tierbestandes ist in unterschiedlich gestalteten und dimensionierten Gehegen untergebracht. Andere Tiere wie einige Reptilien und Vögel können sich auch frei in ihrem „Dschungel“ bewegen. Leitgedanke bei der Auswahl der Bewohner war natürlich auch Gondwanaland: möglichst sehr ursprüngliche Tierarten sollen vorgestellt werden, unter anderem

Marienbuntbarsche aus Afrika

Schwarze Dornwelse aus Südamerika

Arapaimas aus Südamerika

Riesenguramis aus Asien

Komodowarane aus Asien

Sunda-Gaviale aus Asien

Zwerg-Flusspferde aus Afrika

Totenkopfäffchen aus Südamerika

Schabrackentapire aus Asien

Auf unserer Wanderung durch den Regenwald, dazu gehört auch eine Hängebrückenkonstruktion, gerieten wir sogar in einen „tropischen Regen“. Ja, der Name ist Programm. Ausreichende Niederschläge sind ja das Lebenselixier für die Pflanzen. Der Regen kommt aus einer Vielzahl von Düsen, die sich im Bereich der Dachkonstruktion in einem Leitungsnetz befinden. Wasser wird regelmäßig versprüht und sorgt für einen regelrechten Feuchtigkeitsnebel. Hierfür wird weitgehend Regenwasser aus den oben beschriebenen Auffangtanks für Niederschlagswasser verwendet. Die Temperatur der Hallenluft liegt zwischen 24-26°C, die Luftfeuchtigkeit beträgt über 65%.Es ist also ratsam, sich wie in den Tropen, luftig zu kleiden.

Nach unserer anstrengenden Wanderung, wir haben eine Bootsfahrt leider nicht mehr geschafft, mussten wir eine Stärkung einnehmen. Dies kann in der Gondwananlandhalle selbst erledigt werden, ein reichhaltiges Angebot ist vorhanden. Mit zahlreichen Eindrücken haben wir den Leipziger Dschungel verlassen und uns auf die Heimfahrt begeben.

Testurteil: Für einen Tagesausflug unbedingt empfehlenswert!

Eckhard Fischer, Aquarienverein Hildesheim

Quelle: de.wikipedia.org/wikw/gondwanaland

Waldlandschaft

Marienbuntbarsch

Schwarze Dornwelse

Sunda-Gavial

Sunda-Gavial

Totenkopfaffe

Gondwanaland-Halle

Komodowaran

Komodowaran

Flusstour

Landschaftsimpression

Dachkonstruktion

Flusslandschaft

Flusslandschaft_Papyrusgras