Erfahrungen mit der Grünen Gebirgsschmerle

Die Grüne Gebirgsschmerle

Die Grüne Gebirgsschmerle

Erfahrungen mit der Grünen Gebirgsschmerle

Im Herbst 2015 beschäftigte mich der Gedanke, ein Gesellschaftsbecken mit Asiaten zu projektieren. Dass heißt, eine Auswahl an Barben, Labyrinthern, Welsen und natürlich Schmerlen sollte zusammengestellt werden. Die Artenauswahl sollte zu einander passen, und die Tier sollten untereinander keine Aggressionen zeigen. Gestartet bin ich mit dem guten alten Mosaikfadenfisch Trichopterus trichogaster. Dazu gesellten sich dann noch ein paar Barben und als alter Mitbewohner ein Feuerschwanz Labeo bicolor. Bei den Welsen fiel meine Wahl auf die nicht zu groß werdende Wels-Art Mystus mysticetus. Schlussendlich fiel mein Blick auf das Thema Schmerlen.

Im genannten Zeitraum wurde von einem Fachhandel im Großraum Hannover die Grüne Gebirgsschmerle Traccatichthys taeniatus (Pellegrin & Chevey, 1936) angeboten. So erwarb ich eine Gruppe der entzückenden, etwa 6-8 cm großen Tiere, die sich sofort als lebhafte friedliche Gesellen zeigten. Es handelt sich um einen Schmerlenvertreter, dessen Verbreitungsgebiet sich auf das südliche China, auf Vietnam und Laos erstreckt. Die hübschen Tiere zeigen eine graublaue Grundfärbung mit einer gelborangenen Flossenfärbung, die eine Endgröße von bis zu 11 cm erreichen können. Das Schmerlengrüpplein ist im Becken zumeist munter unterwegs, sucht aber auch gerne mal Verstecke auf und Einzeltiere ziehen sich auch gerne einmal zurück. Da die Literaturangaben recht spärlich waren, Schmerlen sich oft aber auch als unfriedliche Gesellen herausstellen können, war dies gewissermaßen ein bisschen Glücksspiel. Jenes ging erfreulicherweise zu meinen Gunsten aus.

Da die bodenorientierten Traccatichthys gerne im Bodensubstrat gründeln, erwies es sich als sehr günstig, Sand als Bodengrund ausgewählt zu haben. Bei dem Aquarium handelt es sich um einen 130 l-Becken, dass mit Wurzeln und ein paar Tontöpfen strukturiert ist. Hier habe ich zur Bepflanzung Microsorium pteropus und Anubias hineindrapiert und einige Ceratopteris thalictroides als Schwimmpflanzendecke eingebracht. Ihrem Verhalten folgend wird das von allen Beckenbewohnern dankend angenommen. Gefiltert wird das Becken über zwei Luftheberfilter. Zusätzlich wurde eine kleine Strömungspumpe der Firma Tunze installiert. Dies quittierten alle Bewohner des Aquariums mit augenscheinlichem Wohlverhalten, insbesondere natürlich auch die Schmerlen.

Die Grüne Gebirgsschmerle - Kopfansicht

Die Grüne Gebirgsschmerle – Kopfansicht

Zur Ernährung biete ich den Gebirgsschmerlen möglichst vielfältige und abwechslungsreiche Nahrung an, was sich über unterschiedliches Frostfutter, Granulat- und Flockenfutter erstreckt. Die Tiere sind dabei nicht wählerisch und gehen immer bereitwillig ans Futter, sie sind sogar immer mit die ersten am „Trog“.

Vom Wasserchemismus fahre ich meine Aquarien mit typischem Talsperrenwasser aus dem Harz, keine ausgeprägte Karbonathärte. Letztere wird mit ca. 3,5° KH angegeben, also weiches Wasser. Der pH-Wert liegt im Bereich von pH 7.

Hinsichtlich der Geschlechterunterscheidung konnte ich noch keine eindeutigen Merkmale feststellen. Es sind 2 Tiere darunter, die einen etwas kräftigeren Leibesumfang aufweisen. Hierbei sollte es sich um die Weibchen handeln. Im Verhalten der Tiere konnte ich bisher auch noch keine Auffälligkeiten beobachten, die auf Balzaktivitäten hindeuten würden. Eine Internetrecherche erbrachte keine Hinweise auf eine erfolgreiche Nachzucht der Tiere.

Unser IG-BSSW-Freund Dirk STOJEK beschäftigte sich mit den Tieren vor einigen Jahren ebenfalls. Er führte einen gezielten Nachzuchtversuch durch. Dieser schien erfolglos. Nach Abbruch des Versuches und Start eines Neuansatzes mit Grundeln im gleichen Becken entdeckte er einen Jungfisch von etwa 6 mm Länge und er begann eine gezielte Anfütterung mit Pantoffeltierchen und Artemia-Nauplien. Nach 4 Wochen berichtete er von insgesamt 4 Jungtieren, die auf eine Größe von ca. 1,5 cm herangewachsen waren. Die Grundeln waren natürlich umgehend wieder aus dem Becken herausgefangen worden.

STOJEK berichtet von seinen Tieren, dass sie bei ihm auch im Hälterungsbecken in Gegenwart von Mitgesellschaftern recht scheu gewesen sind. Das kann ich, wie oben bereits beschrieben, bei mir bis heute nicht bestätigen.

Die Grüne Gebirgsschmerle - In Beobachtungshaltung

Die Grüne Gebirgsschmerle – In Beobachtungshaltung

Micronemacheilus taeniatus wird nach Internetrecherche als Synonym zu Traccatichthys taeniatus genannt, wobei Letzeres valide ist.

Zusammenfassend bereiten mir diese Schmerlen sehr viel Freude und können uneingeschränkt für eine weitere Verbreitung in der Aquaristik empfohlen werden.

Eckhard Fischer, Aquarienverein Hildesheim

Literatur:

Pellegrin, J. & Chevey, P. (1936): Poissons nouveaux ou rares du Tonkin et de l’Annam Bulletin de la Société Zoologique de France, 61, 219–231.

Stojek, D. (2011): Micronemacheilus taeniatus  (Pellegrin, J. & Chevey, P., 1936), eine alt- und doch weitestgehend unbekannte Schmerle, BSSW-Report 23 (2), 18-22

http://www.loaches.com/species-index/traccatichthys-