Cyclocheilichthys apogon – eine seltene Barbe

Cyclocheilichthys apogon – eine seltene Barbe (Valenciennes, 1842)

Bei  einem Dornaugen-Wildfang-Import aus Sumatra durch die Firma Aquarium-Lutter, aus dem bereits mit Silurichthys hasselti als Wels-Beifang enthalten war, schwamm mit einer Barben auch ein weiterer interessanter Beifang.

Bei meinem Besuch der Firma im Spätsommer 2016 fiel mir das Einzeltier ins Auge und das Interesse war geweckt. Es bezog mein Asien-Becken mit anderen Barben-Vertretern wie Cyclocheilichthys janthochir (Bleeker, 1854), Schmerlen und einigen asiatischen Welsen.

Zunächst war mir nicht klar, was mir da ins Netz gegangen war. Auch Daniel WAGNER von Aquarium-Lutter konnte mir keinen Hinweis geben. So sollte eine Internet- und Literatur-Recherche Licht ins Dunkel bringen. Ich war selbst überrascht, dass ich es zeitlich tatsächlich schaffen konnte, hier relativ schnell ein Ergebnis zu erzielen. Es handelt sich ebenfalls um einen Barbenvertreter aus der Gattung Cyclocheilichthys, nämlich Cyclocheilichthys apogon. Im englischen Sprachgebrauch wird diese Barbe als Bartloser Widerhaken bezeichnet.

Der Bartlose Widerhaken – Cyclocheilichthys apogon

Der Bartlose Widerhaken – Cyclocheilichthys apogon

 

Als Verbreitungsgebiet wird in der Literatur Hinterindien, Myanmar, Thailand, Malaysia bis Indonesien angegeben. Die Art soll eine Größe von über 25 cm erreichen können. Nun handelt es sich nicht gerade um einen plakativ bunten Vertreter. Mein Tier habe ich mit einer Größe von etwa 6 cm Standardlänge übernommen. Es ist bis heute nur geringfügig um etwa 2 cm gewachsen. Die Grundfärbung der Tiere ist ein silbriges grau. Die Körperflanken des Tieres sind leicht goldgelb eingefärbt. Mehrere parallel verlaufende Punktreihen in Längsrichtung mit einem schwarzen Fleck kurz vor der Schwanzflosse verleihen dem Tier aus meiner Sicht aber doch ein apartes Aussehen. Zudem weist die grundlegend transparente Beflossung eine leicht rote Färbung auf. Auch die Augen der Tiere sind im oberen Bereich rot eingerandet.

Die Art hat sich bei mir als vollkommen friedlich, gesellschaftsfähig und pflegeleicht erwiesen. Es werden alle gängigen Futtersorten von Lebend-, Frost- bis Trockenfutter bereitwillig angenommen. Pflanzen werden nicht behelligt. Der mindestens monatliche Wasserwechsel ist pauschal auch zum Wohlbefinden zu empfehlen. Ansonsten konnte ich bisher keine weiteren besonderen Ansprüche des Tieres feststellen.

Von einem gezielten regelmäßigen oder gelegentlichen Import der Art ist mir nichts bekannt. Eventuell liegt es an der Größenangabe der Tiere. Man sollte den Tieren schon möglichst eine Beckengröße von mindestens >0,8-1,0 m Kantenlänge anbieten. Bedauerlicherweise und wahrscheinlich wird dieser Barbenvertreter eher eine Ausnahmeerscheinung bleiben.

Eckhard Fischer, Aquarienverein Hildesheim