Crinum thaianum

Zur Hakenlilie Crinum thaianum

Nach meinem Umzug im November 1998 stand die Aufforstung meines 450 l Wohnzimmeraquariums auf der Tagesordnung. Mir gefielen schon immer die flutenden langen Blätter der Riesenvalisnerien (Valisneria gigantea), aber irgendwie hatte ich hiermit seit dem Umzug kein Glück mehr. Guter Rat war teuer! Beim Durchforsten der Literatur stieß ich auf eine Pflanze, die von Weitem der Riesenvalisnerie täuschend ähnelte. Das war aber auch alles. Es handelte sich um die Hakenlilie Crinum thaianum (Thailändische Hakenlilie). Also wurden hiervon ein paar Pflänzchen angeschafft und in Kultur genommen. Die Pflanzen wiesen satt grüne, „Valisnerien-längliche“ Blätter mit einer Breite von etwa 2 cm und einer Länge von etwa 50 cm auf.

Doch da gab es eine Auffälligkeit: Am unteren Teil des Sprosses besaßen die Pflanzen eine etwa 6 cm dicke Speicherzwiebel, unter der sich ein starkes Wurzelwerk anschloss. Dieses ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Riesenvalisnerie.

Nach dem Einsetzen meiner Hakenlilien war nach kurzer Zeit ein starkes Längenwachstum bei den Blättern zu beobachten. Auch die Anzahl der Blätter nahm bei jeder Pflanze stark zu. Es bildete sich ein dichtes flutendes Blattwerk im Aquarium, ebenso wie bei der Riesenvalisnerie. Um das Aquarium nicht zuwuchern zu lassen, musste alsbald die Sense angesetzt werden. Hierbei kürze ich mit einer Schere die Blätter regelmäßig ein (meist bei den monatlichen Wasserwechseln). Dieses Schauspiel wiederholt sich seitdem bis heute immer wieder aufs Neue, sodass ich die Hakenlilie als dankenswerte und genügsame Wasserpflanze für nicht zu kleine Becken (>150 l) ruhigen Gewissens empfehlen kann.

Die Kulturbedingungen lassen sich knapp zusammenfassen:

Die Wasserchemie weist einen pH-Wert von etwa 7,0-7,5 auf. Die Gesamthärte liegt bei etwa 15° GH, die Karbonathärte bei etwa 8° KH. Der Bodengrund hat eine Mächtigkeit von etwa 10 cm, bestehend aus Flusskies mit einer Körnung von ca. 1-2 mm. Gelegentlich erfolgen Düngerbeigaben. Die Beleuchtung erfolgt mit zwei Leuchtstoffröhren (30 bzw. 40 Watt) mit einer täglichen Betriebsdauer von 8 Stunden.

Wer also vor einer ähnlichen Situation steht, wie ich sie damals hatte, der sollte ruhig mal eine Versuch mit der Hakenlilie starten.

Eckhard Fischer, Aquarienverein Hildesheim

Die Hakenlilie Crinum thaianum