Neolamprologus brevis

Neolamprologus brevis – ein pflegeleichter Schneckencichlide aus dem Tanganjíka-See

Der Tanganjika-See in Ostafrika beherbergt eine Vielzahl von Cichliden (Buntbarschen), die die unterschiedlichsten ökologischen Nischen (Lebensnischen) erobert haben. Eine Reihe zumeist klein bleibender Buntbarsche hat sich auf die Nutzung von leeren Schneckenhäusern als Wohnhöhle spezialisiert, die darüber hinaus auch Schutz vor Fressfeinden und eine günstige Fortpflanzungsmöglichkeit bieten. Kurzum, zur Realisierung des Projektes Schneckencichliden überlegte ich, welche Anforderungen stellt der potentielle neue Einwohner meines Aquarienkellers – und welche Anforderungen stelle ich. Zunächst sollte es kein Rabauke sein, sollte auch mit einem kleinere Becken klar kommen (das tun i.ü. die meisten Schneckencichliden) und natürlich mir gefallen. Was muss einem solchen neuen Einwohner andrerseits geboten werden: Ein ausreichend großes Aquarium, Sanduntergrund und leere Schneckenhäuser.

Beim Studium der Literatur stieß ich auf den Neolampologis brevis. Es handelt sich um einen friedlichen Buntbarsch. Die Weibchen sind mit etwa 3,5 cm, die Männchen mit ca. 5 cm ausgewachsen. Neben einer Haltung im Artbecken (Mindestvolumen ab ca. 30 l) kann er auch im Tanganjika-Gesellschaftsbecken gehalten werden. Hierbei sollten die Mitbewohner allerdings nicht zu ruppig oder lebhaft sein. An Futter werden alle gängigen Sorten angenommen (z.B. Frost- und Flockenfutter).

N. brevis weist zwar kein buntes Farbkleid auf (s. Bild), gefiel mir aber auf Anhieb und wurde angeschafft. Ich erstand zwei Pärchen, die ein 40 l Becken bezogen. Das Becken erhielt Sandbodengrund und wurde mit mehreren leeren Häusern der Weinbergschnecke versehen. Darüber hinaus wurden noch drei Büschel Javafarn eingesetzt.

Dass sich die Tierchen an ihrem Dasein erfreuten, war unschwer an der friedlichen Koexistenz beider Pärchen zu erblicken, ein Paar auf der rechten und ein Paar auf der linken Beckenseite. Es dauerte nicht lange und es stellte sich Nachwuchs ein. Die Jungfische paddelten durch das gesamte Becken, wobei es seitens der Elterntiere zu keinem Nachstellen kam. Nach dem die Jungtiere eine Größe von 0,5 cm erreicht hatten, angelte ich sie raus und überführte sie in ein eigenes Aufzuchtbecken. Die Aufzucht mit feinem Flockenfutter und gefrosteten Cyclops verlief ohne Probleme.

Der kleine „brevis“ ist somit ein sympathischer und interessanter Hausgenosse.

Eckhard Fischer, Aquarienverein Hildesheim

Neolamprologus brevis – Weibchen

Neolamprologus brevis – Nachzuchttier

Neolamprologus brevis – Männchen oben, Weibchen unten (Bild: K.A. Quante)